Vorhang auf!

Gehen Sie gerne ins Theater? Oder ins Kino? Wobei man im Corona-Lockdown ja eher fragen muss: Schauen Sie sich regelmäßig von der heimischen Couch aus Filme oder Netflix-Serien an?

Wir Menschen hören, lesen und sehen gerne Geschichten. Ein spannendes Buch oder ein gut gemachter Film packen uns.

Gott selbst ist Autor einer großen Geschichte, in der wir alle eine Rolle spielen.

Man kann die Bibel als Drama lesen. Eine spannende Erzählung von Gott und Menschen. Die Story beinhaltet alle Schattierungen des menschlichen Lebens. Sie handelt von Erfolg und Scheitern. Von Schuld und Versöhnung. Auf dem Höhepunkt des Dramas verlässt der Schöpfer den Produzentenstuhl bzw. den Zuschauerraum und tritt selbst auf die Bühne. Er wird zum Helden einer Geschichte, die ihn in Leiden und in den Tod führt. Daraus entsteht ein neuer Handlungsstrang. Ein neuer Akt beginnt. Doch in der Bibel wird er nicht zu Ende erzählt! Nach der Entstehung der christlichen Gemeinde bricht das Drehbuch ab. So stehen wir auf der Bühne und müssen improvisieren. Es gibt ein paar Regieanweisungen (z.B. die Zehn Gebote). Es gibt auch einzelne Schnipsel vom Ende des Stücks, die ein Happy End verheißen, einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen Gerechtigkeit wohnt. Und dazwischen – sind wir.

 

Der Theologe Thorsten Dietz hat geschrieben: „Wir selbst sind das Straßentheater Gottes, in dem das größte Drama aller Zeiten seine Wirkung entfaltet.“ Wir können dabei die vorherigen Szenen nicht nachspielen – das wäre langweilig und auch gar nicht möglich. Wir leben nicht mehr im ersten Jahrhundert nach Christus und auch nicht mehr im Mittelalter. Wir stehen im 21. Jahrhundert auf der Bühne und müssen Antworten auf ganz neue Fragen finden: Zur Sterbebegleitung, zum Umgang mit dem Klimawandel und zu künstlicher Intelligenz, usw. Wie gesagt: Ein festes Drehbuch gibt es nicht. Auch keine Souffleuse, die uns einflüstert, was auf der Bühne des Lebens zu sagen und zu tun wäre. Freie Improvisation im Geiste Jesu ist gefragt. Dabei hilft es sicherlich, die alten Drehbücher (z.B. die Evangelien) zu lesen sich darin in aller Freiheit für Glaube, Liebe und Hoffnung im Hier und Jetzt inspirieren zu lassen.

 

Es grüßt Sie herzlich und wünscht baldmöglichst wieder Theater- und Kinobesuche,

Pfarrer Konrad Köhnlein, Ev. Kirchengemeinde Pfedelbach

 

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